Garten im Kasten – Hochbeete

Hochbeete sind gerade so etwas von angesagt! Nicht nur für Menschen mit Rückenschmerzen, die keine Lust haben, auf Knien durch den Garten zu kriechen.

Ein Hochbeet passt selbst in den kleinsten Garten und beschert deshalb auch Grünstadtmenschen das Glück, eigenes Gemüse anbauen zu können. Die nährstoffreiche Erde sorgt für üppige Ernten, die langsam verrottenden Schichten aus Grünabfällen und Kompost schaffen wohlige Wärme und verlängern so die Anbausaison. Nacktschnecken und ähnliches Ungemach haben keinen Zutritt. Und schließlich sieht so ein Hochbeet auch noch hübsch aus und versperrt vielleicht sogar die Sicht auf unansehnliche Kompostkretten oder Mülleimer.

Ich möchte auch so ein angesagtes Teil. Mit meinen handwerklich begabten Familienmitgliedern ist es möglich, das Objekt meiner Begierde komplett im Eigenbau und maßangefertigt für mein kleines Gemüsebeet hinterm Haus zu erstellen. Einen Meter lang, zwei Meter breit, einen Meter hoch. Wirklich so groß?

Klar, sage ich. Wenn schon, denn schon.

Ende März zimmern Vater und Sohn eine Kiste aufs Gemüsebeet, Sohn und Tochter verpassen den Innenwänden einen Wetterschutzanstrich und verkleiden sie mit fester Plastikfolie. Jetzt muss die Kiste befüllt werden. Mit Steinen, Strauchschnitt, Kartonagen, einem Wühlmausgitter, Gartenabfällen, Kompost und Gartenerde, schön geschichtet.

Reichtum aus dem Pfarrgarten

Ein Freund hat einen großen, wilden Garten, in dem hinreichende Mengen all dieser Abfälle anfallen. Die darf ich alle haben. Ich kaufe ein paar 80-Liter-Säcke für Gartenabfälle und fülle ein Dutzend mit bester Komposterde, Strauchschnitt, halb verrottetem Laub und Efeuranken. Dann passt nichts mehr ins Auto.

Zuhause stelle ich die Säcke neben das leere Hochbeet und stelle fest: ich habe Material für etwas ein Drittel des Inhalts. Also fahren wir noch einmal hin, diesmal mit einem größeren Auto und holen Nachschub. Jetzt müsste es doch reichen!

Ich kippe die ersten Säcke voll Strauchschnitt ins Beet, vermische ihn mit zerrissenen, ungefärbten Kartons, klettere in die Kiste und trampele alles fest. Als sämtlicher Strauchschnitt verbraucht ist, ist die Kiste zu einem knappen Viertel befüllt. Mein Sohn passt mir ein Wühlmausgitter ein, damit kein unerwünschtes Nagetier meinen schönen Minigarten unterminieren kann, und ich leere die Säcke mit altem Laub und anderen Gartenabfällen systematisch in die Kiste, verteile alles ganz gleichmäßig und hopse darauf herum, um es zu verdichten. Es macht großen Spaß und es sieht auch schon ganz gut aus – aber es reicht nicht!

Erst nach einem dritten Besuch in dem großen, wilden Garten habe ich genug Material zusammen, um das Beet zu etwas mehr als zwei Dritteln zu befüllen. Die letzte Schicht war der Kompost mehrerer Jahre. Es ist ein Vergnügen, die dicke, dichte, duftende Komposterde zwischen den Fingern zu zerkrümeln. Ich fühle mich richtig reich.

 

Gartenerde, unverpackt

Die oberste Hochbeetschicht besteht aus lockerer Gartenerde. Dafür könnte man natürlich zum Baumarkt fahren und Erde in Plastiksäcken kaufen. Aber nachdem das Beet ausschließlich mit Bio-Stoff befüllt wurde, möchte ich jetzt keine Kompromisse machen. Ich telefoniere mit einem auf Garten- und Landschaftsbau spezialisierten Baustoffhändler in Derendingen, der seine Erden und Substrate selbst herstellt und unverpackt ausliefert. Sicherlich könne er mir auch nur einen Kubikmeter Gartenerde liefern, meint er. „Ich bringe Ihnen auch einen einzelnen Eimer vorbei, wenn Sie das möchten.“

Drei Tage später später wird die Erde geliefert. Leider kann der Kipper die schmale Durchfahrt in den Hof nicht passieren. Ein Kubikmeter Gartenerde landet lose und unverpackt direkt vor meiner Haustür. Es sieht ganz beeindruckend aus. Die Nachbarn grinsen. Ich überlege, ob das wirklich so eine gute Idee war mit dem Verzicht auf Baumarktbequemlichkeit. Dann borge ich mir eine Schubkarre und eine gescheite Schaufel und lege los. Die Erde duftet. Es ist Frühling. Die Sonne scheint. Ich schippe und schiebe. Fünfzehn Schubkarrenladungen später ist die Hofeinfahrt freigeschaufelt und die Erde bis auf einen kleinen Rest im Hochbeet.

Am nächsten Tag kaufe ich Erdbeerpflanzen und Salatsetzlinge. Ich säe Gurken und Mairübchen. Wenn die Eisheiligen vorbei sind, werden Basilikum, Paprika, Fenchel und Kohlrabi folgen. Oder was mir sonst noch so unterkommt. Weit weg von Nacktschnecken. Hübsch anzusehen. Lecker.

INFO

In dem Podcast  “Grünstadtmenschen – Dein Stück Natur für die Ohren” von “Mein schöner Garten” gibt es viele praktische Tipps rund ums Gartenglück. Immer passend zur Jahreszeit, für Garten-Greenhorns ebenso wie für Experten geeignet. Für Schrebergärtner, Großgrundbesitzerinnen und Balkonmenschen. Natürlich auch mit einer Folge über Hochbeete.

Vielen Dank an Karl-Heinz Pfaff von Hof&Garten in Derendingen für die schöne Erde!

 

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